Hinterlässt keinen bleibenden Eindruck

Denn ich weiss, was du getan hast (MYSTERY THRILLER) - Dana Kilborne

Aus meiner Flohmarktbeute von neulich fiel mir als erstes dieses Heft in die Hände. Ich konnte mich nicht entscheiden und habe schließlich einfach eines aus dem Stapel gezogen. Nach dem Lesen hoffe ich jetzt, dass die beiden anderen Romane eine griffigere Geschichte bieten.
Dabei ist das Schema mit den Morden, die letztlich auf Lilian abzielen, gar nicht so schlecht. Nicht neu, aber eigentlich okay. Ich mag dieses 10-kleine-Negerlein-Prinzip normalerweise sehr, weil man da so gut mitknobeln kann. Das funktioniert bei dieser Story ganz ordentlich. Schnell kommt man zu einem Verdacht, wer der Killer sein kann. Viel zu schnell, viel zu leicht, viel zu offensichtlich…jeder halbwegs krimitrainierter Leser wird da ins Zweifeln kommen. Andererseits passt es aber so gut und wäre eine schockierende Auflösung… Doch, diese gespannte Unsicherheit wird beim Lesen schnell wach.
Dabei bleibt es aber auch. Richtig kribbelndes und vielleicht sogar schauderndes Gefühl bleibt leider aus.

Bei mir lag es daran, dass mir einfach kein Bezug zu Lilian und den übrigen Charakteren gelingen wollte. Sie alle werden kaum beschrieben, weder äußerlich, noch vom Wesen her, alles bleibt sehr oberflächlich. Wie soll man dann die Gefühle und Gedanken der Personen nachvollziehen können oder mit ihnen fühlen? Wenn es der Story noch nicht mal gelungen ist, dass man die Personen mag? Mir waren Lilian und Co. jedenfalls relativ egal, obwohl x-mal betont wird, welch harte Zeit sie hinter sich hat.
Bleibt noch das Manko bei der Auflösung am Ende. Viel zu leicht, viel zu schnell und unspektakulär abgehandelt. Das kenne ich von der Roman-Serie besser.

 

Es hat mich kaum 2 Stunden gekostet, den Roman zu lesen. Alles geradlinig und leicht lesbar. Dieses Heft ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Storys nachgelassen haben, seit sich deutsche Autoren dafür verantwortlich zeichnen. Als die Reihe startete, da schrieben englische oder amerikanische Autoren. Auf der ersten Seite fand man den Original-Titel, den Namen des Übersetzers und oft auch den Verlag, bei dem das Original erschien. Das ist inzwischen leider Geschichte, die heutigen Namen sind meist Pseudonyme wie hier.
Dafür spricht bei diesem Roman auch die Fülle an typisch deutschen Redewendungen und Begriffen, die bei einer Übersetzung sicher nicht herausgekommen wären. Das erkennt jeder, der einen der damaligen, übersetzten “Mystery Thriller” gelesen hat und vergleicht.

 

Das Cover ist beliebig austauschbar. Ein verängstigt dreinschauendes Mädel, das in einer Ecke kauert. Länge nicht wenigstens das Handy  daneben, dann gäbe es gar keinen direkten Bezug zur Geschichte.

 

Fazit:   Das Prinzip ist okay, ansonsten hat man “Denn ich weiß, was du getan hast” schnell abgefrühstückt. Bleibenden Eindruck hinterlässt es nicht.

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2010/05/31/mystery-thriller-denn-ich-weis-was-du-getan-hast