Spannend, aber für mich zu mythologisch

Der Todesengel (MYSTERY THRILLER) - Jason A. Frost

Sharons erstes Semester beginnt – und damit das Grauen! Denn irgendwer an der Uni lässt die schrecklichen Dinge geschehen, die sie in ihren Thrillern beschreibt. Ein blutiger Regen geht in der Mensa nieder, haargenau wie in Sharons erster Geschichte! Dann findet sie eine tote Ratte – wie in Story Nummer zwei. Schließlich wird ein Cheerleader brutal ermordet. Und zwar so, wie es in ihrem Buch über den unheimlichen Killer von New York geschildert wird. Sharon ist schockiert. Sie weiß nur eins: Sie muss den Todesengel aufhalten, bevor alle glauben, dass sie es ist!

 

Nach längerer Pause habe ich mir mal wieder ein Mystery Thriller Heft geleistet. Hauptsächlich deswegen, weil ich solche College-Geschichten sehr mag und mich College-Romane aus der Reihe noch nie enttäuscht haben. Bis heute trauere ich den Romanen von Diane Hoh und der Salem University nach.
Auch “Der Todesengel” konnte mich wieder überzeugen. Gewissermaßen verfolgt man als Leser in diesem Band zwei Handlungsstränge. Denn ein Teil der Geschichte beschäftigt sich mit Sharon und ihren unheimlichen Erlebnissen am College, denen sie nachgeht. Im anderen Teil liest man einen Roman, den Sharon gerade schreibt.
Der Teil mit Sharon und den Ereignissen am College hat mir sehr gut gefallen. Er ist spannend, ein wenig unheimlich, eine kleine Lovestory fehlt ebenfalls nicht und außerdem ist er sehr griffig und teilweise auch ganz witzig geschrieben, ohne dabei aber je platt zu werden. Sharon, ihre vorlaute Freundin Claire und das liebenswerte Großmaul Jeff sind mir schnell vertraut geworden. Vor allem Sharon hat mich schnell beeindruckt, denn sie ist keine kreischende Bangebüx, und auf den Mund gefallen ist sie ganz und gar nicht.

Den Part mit Sharons Geschichte habe ich -ich gebe es zu- teilweise eher quer gelesen. Erstens hat es mich mehr interessiert, wie sich der Handlungsstrang um Sharon weiterentwickelt, und zweitens ist dieser Part vom Stil her ganz anderes als der Campus-Teil. Die Charaktere aus Sharons Roman sind Erwachsene und der Fall, mit dem sich Detective Leroy befasst, wirkt ebenfalls um ein Vielfaches erwachsener. Das hat schon etwas von einem “echten” Thriller und ist als solches auch nicht schlecht. Aber eben ein heftiger Kontrast zur Campus-Story.
Ich rate aber jedem, auch Sharons Roman sorgfältig zu lesen, denn am Ende braucht man dieses Wissen um die Auflösung zu durchblicken. Womöglich kann man schon während der Geschichte den einen oder anderen Schluss auf die Auflösung ziehen, wenn man den Part um Detektive Leroy gründlich liest. Ich wäre jedenfalls nicht darauf gekommen, dass die beiden Handlungsverläufe so “zusammenarbeiten”, von daher hat mich das Ende überrascht.
Einziges Manko an “Der Todesengel” war für mich der Bezug zur nordischen Mythologie, der zum Ende hin immer mehr deutlicher wird. Das ist einfach keines meiner Interessengebiete. Für Leute, die sich damit gerne beschäftigen, wird das aber sicher eher ein Pluspunkt sein.

 

Nach nicht einmal 3 Stunden hatte ich das Heft ausgelesen. Es liest sich in den College-Teilen sehr flüssig und unterhaltsam, die Roman-Teile habe mich dagegen etwas ausgebremst. Ein ausdrückliches Lob möchte ich an den Autoren Jason A. Frost aussprechen. Ich denke nämlich, dass es sich dabei um ein Pseudonym eines eigentlich deutschen Schriftstellers handelt. Denn zum Einen fehlt auf der ersten Seite der englische Original-Titel, den es sonst ja geben müsste, und zum Anderen deuten einige Formulierungen darauf hin. Auf jeden Fall hat er es aber ansonsten glänzend  geschafft, die Geschichte “amerikanisch” wirken zu lassen. So mag ich die Mystery Thriller.

 

Das Cover zeigt sicher das College. Mir gefällt das Motiv sehr gut. Es wirkt düster und und ist -für die Verhältnisse der Roman-Serie- ausgesprochen detailreich. Die kleinen Lichtspielereien lassen es zusätzlich unheimlich aussehen.

 

Fazit:  Die Bezüge zur nordischen Mythologie hätte ich nicht gebraucht. Davon abgesehen hat mich dieser Roman für einige Stunden auf spannende Art sehr gut unterhalten. In diesem Stil sollte es mehr Romane in dieser Reihe geben!

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2010/11/19/rezension-mystery-thriller-1110-der-todesengel