Spannender Schwedenkrimi für Jugendliche

Todeswald - Ritta Jacobsson

Als der Wagen langsam neben ihr herfuhr, liefen ihr kalte Schauer über den Rücken. Sie dachte an die ewigen Reden ihrer Mutter über Mädchen, die in Autos gezerrt worden waren, und musste den Impuls bekämpfen, voller Panik davonzurennen. Vorsichtig schielte sie rüber. Nur eine einzelne Person am Steuer. Das Gesicht konnte sie nicht erkennen, aber sie hatte das unangenehme Gefühl, dass jemand sie ansah. Das Seitenfenster wurde runtergelassen. “Soll ich dich mitnehmen?” An einem kalten Novemberabend verschwindet Sveas Freundin Mikaela spurlos. Einige Tage später findet man das Mädchen tot im Wald. Als Svea unfreiwillig in die Ermittlungen hineingezogen wird, ist sie schon bald in ein Netz aus Lügen, Indizien und gefährlichen Intrigen verstrickt. Sie beginnt zu ahnen, dass sie den Täter kennt. Und der hat verstanden, dass sie schon zuviel weiß.

 

Es ist schwierig, über dieses Buch etwas zu schreiben, ohne dabei zuviel vom Inhalt bzw die Auflösung zu verraten. Ich bin per Zufall auf die Reihe der “Svea Andersson Krimis” gestoßen und kann nur sagen, dass mir diese Zufalls-Bekanntschaft äußerst spannende Lesestunden und eine Menge Lesespass bereitet hat.
Ich musste mich sehr zusammenreißen, dieses Buch nicht gleich an einem Tag zu verschlingen.
Die Geschichte ist von der ersten Seite an ausgesprochen spannend. Hauptsächlich deshalb, weil einem schon sehr früh deutliche Hinweise auf den Täter gegeben werden, und dieser der jungen Detektivin bedrohlich nahe steht. Damit ist man Svea also quasi einen Schritt voraus und hat massig Gelegenheiten, um sie zu bangen, wenn sie ihren Ermittlungen nachgeht. Mir ist Svea sehr schnell sympathisch geworden mit ihrer mutigen und burschikosen Art und dem mitunter ganz schön losen Mundwerk. Es fällt umso leichter, Zugang zu Svea zu finden, da sie die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt und man so ständigen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle hat. Und in beidem geht es hoch her.
Wenn man “Todeswald” unbedingt etwas vorwerfen will, könnte man sagen, dass sich Svea für eine 13jährige schon sehr professionell anstellt bei ihren Nachforschungen. Andererseits finde ich aber auch, dass das Buch dadurch sicher auch für ältere Krimi-Fans interessant sein kann. Und von einer wirklich  unrealistischen und / oder abgehobenen Teenie-Detektivin ist sie trotz gewisser Professionalität weit, weit entfernt, so dass sich junge Leser durchaus in ihr wiederfinden können. Übrigens ist “Todeswald” trotz der weiblichen Hauptrolle kein Mädchen-Buch. Hier dürfen auch krimibegeisterte Jungs zugreifen, auch sie werden sicher ihr Vergnügen an dem Buch haben.

 

Wie schon geschrieben, hätte ich “Todeswald” am liebsten in einem Rutsch gelesen, weil es unheimlich spannend und sehr unterhaltsam und jugendlich frisch geschrieben ist. Trotzdem habe ich um einen Tag “verlängert” um länger etwas davon zu haben. Einige Punkte wirken beim Lesen zwar befremdlich -in Schweden sind nun mal ein paar Dinge anders als bei uns- aber Svea erzählt so locker davon, dass es den Lesefluss nicht bremst. Die Kapitel sind meist relativ kurz und beispielsweise Zeitungsberichte sind auch grafisch dargestellt, was den Text zusätzlich auflockert und interessant macht.

 

Das Cover ist sehr düster gehalten und auch hier ist dem Buch nichts davon anzusehen, dass es sich um einen Roman für Jugendliche handelt. Es könnte ebensogut ein Buch für Erwachsene sein. Der “ausgefranste” Ausschnitt mit dem kräftigen Grünton ist der Blickfang am Layout.

 

Fazit: Ein sehr spannender und unterhaltsamer Schweden-Krimi nicht nur für jugendliche Leser. Für mich das schwedische Pendant zur “Ein Krimi aus Echo Falls” – Reihe. Rundum sehr zu empfehlen! Ich werde sicher auch Band 2 “Gefährliches Schweigen” lesen.

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2011/04/26/rezension-todeswald-ein-svea-andersson-krimi-ritta-jacobsson