Ernstes Thema humorvoll rübergebracht

Nichtschwimmer - Felix Wegener, Matthias Stolz

Felix ist im besten Mannesalter, als er nach einem Besuch beim Urologen erfährt, dass seine Spermien nichts taugen. Eine Katastrophe, findet nicht nur er, sondern auch Sonja, seine Frau. Schließlich wünschen sich beide ein Kind. Sehr. Schnell. Mutig und wunderbar komisch schildert Felix, wie er seinem gar nicht so ungewöhnlichen Leiden auf den Grund geht. Er erzählt von seltsamen Therapien (Zink!), fruchtbaren Orten (Prag!) und seinem besten Freund mit dem gleichen Problem (Jörg!). Überhaupt scheint sein halber Freundeskreis plötzlich aus Männern mit mangelhaften Hoden zu bestehen.

 

Ich war diesem Buch gegenüber seh skeptisch. Thema unerfüllter Kinderwunsch, wobei die Ursachen obendrein auch noch beim Mann liegen! Wo die Herren der Schöpfung doch stets so überzeugt von ihrer Männlichkeit sind ;)
Ein Thema also, das mit Leichtigkeit hätte abrutschen können. Sowohl in Klamauk voll plattem, zweideutigen Witz, als auch in depressive Traurigkeit. Umso bewunderswerter, wie leicht Felix Wegener diese Gratwanderung gelingt.
“Nichtschwimmer” ist ein ausgesprochen lustiges Buch. Ich habe oft grinsen müssen und so manches Mal auch sehr gelacht. Zwar sind viele von Felix Wegeners Ansichten ausgesprochen männlich, aber immer auch mit einem ordentlichen Schuss Selbstironie, so dass man ihm so leicht nichts übel nimmt. Da werden sich weibliche Leser bestens amüsieren und sich männliche Leser oft wiederfinden. Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch eventuell so auch Mut macht.
Es gibt aber durchaus auch Passagen, die die ernsten Seiten dieses Themas schildern. Denn natürlich gibt es Wege um die Chancen auf ein Kind zu verbessern. Allerdings sehen die oft alles andere also rosarot aus. Hier geht der Humor dann eher von der sprachlichen Seite her aus, oder vom Schreibstil, so dass die geschilderten Ereignisse nichts an Ernst verlieren. Da schluckt man als Leser dann auch mal und kommt ins Grübeln.

 

Ich habe “Nichtschwimmer” in zwei Tagen ausgelesen, hätte es aber auch leicht an einem Tag geschafft, wenn ich am Stück hätte durch lesen können. Es ist halt einfach witzig, aber schon auch spannend, und in einem sehr leichten Stil geschrieben. Da fällt das Lesen leicht. Die Kapitel sind relativ kurz und haben stets Titel, die einfach neugierig machen. Auch das ist ein Grund, weshalb es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen.

 

Das Blau des Cover ist sehr auffällig. Im Regal springt einem das Buch so praktisch entgegen. Mir gefallen aber ganz besonders die Spermien, die mit Mütze, Sonnenbrille, Zigarette oder auch einfach selig pennend absolut witzig und goldig aussehen.

 

Fazit:  Ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch, das ich absolut empfehlen kann. Ich habe oft wirklich herzlich dabei gelacht, aber es hat mich trotz aller Komik  hier und da auch nachdenklich gemacht. Eine sehr gelungene Mischung also.

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2011/08/16/rezension-nichtschwimmer-felix-wegener