Sapnnende Ferienlektüre

Todesblüten: Roman - Ulrike Rylance

Ferien auf einem Hausboot, ohne Eltern, nur mit ihren Freunden. Für Clara geht ein Traum in Erfüllung. Der wird allerdings ganz schnell zum Albtraum, als die Leiche eines Mädchens im Wasser vorbeitreibt. Wenig später verschwindet auch noch ihre beste Freundin. Am liebsten würde Clara ihren Urlaub sofort abbrechen – doch vorher will sie herausfinden, was hier gespielt wird. Das hätte sie lieber nicht gemacht!

 

Auf dieses Buch bin ich -wie so oft- wegen des Covers aufmerksam geworden, das mir sehr gut gefällt. Als ich dann auf dem Rücken las, dass die Geschichte im Spreewald spielt, war klar dass ich es mir genauer ansehen würde. Ferien auf einem Hausboot im Spreewald…das ist eine Vorstellung, die einfach romantische Vorstellungen aufkommen lässt. Umso interessanter, ausgerechnet an einem solch schönen Ort einen Krimi spielen zu lassen.
Es gelingt Ulrike Rylance gut, diese Gegend zu beschreiben und einem ein Bild davon zu vermitteln, in das man sich im Nu verliebt. Somit hat man schon mal eine sehr schöne Szenerie vor Augen, in der Clara und ihre Begleiter in ein grauenvolles Abenteuer geraten.
Mit den vier Jugendlichen Clara, Melanie, David und Alex habe ich mich anfangs etwas schwer getan. David kam mir so undurchschaubar vor, dass ich mit ihm als Person überhaupt nicht warm wurde. Alex war in meinen Augen schlicht ein  Idiot, und er ist es auch jetzt noch. Doch so jemanden braucht solch eine Geschichte eben auch. Melanie kam mir fürchterlich naiv vor, wie sie an diesem Idioten hängt. Und Clara passte mit ihrer ruhigen und verträumten Art so gar nicht in das Trio. Doch nach und nach fand ich immerhin zu den beiden Mädchen Zugang. Trotzdem muss ich sagen, dass die Charakterzeichnungen der Drei gelungen sind. Jedenfalls im Hinblick darauf, dass man es mit drei Teenagern zu tun hat. Im Verhalten, ihren Gedanken, Träumen und ihrer Redeweise sind sie glaughaft jugendlich. Junge Leser dürften sich da schnell einfinden. Ältere Leser wie ich dürfen sich ruhig etwas schwerer tun. So Manches ist doch deutliche Jahre weit weg ;) Aber es ist ja auch ein Thriller für Jugendliche, also geht das in Ordnung.
Die Story selber kommt für meinen Geschmack etwas schwer in die Gänge, auch wenn der grausige Leichenfund nicht lange auf sich warten lässt. Aber er wird mir nicht intensiv und durchgängig genug behandelt, so dass er mich vorläufig nicht schrecken konnte. Dabei bleibt es auch nahezu bis zum Schluss. Natürlich sind die Ereignisse und Entdeckungen jugendkrimimäßig schauerlich, halten sich aber mit dem ganze Teenie-Drumherum die Waage. Dieses Drumherum verhindert oft in gewissen Situationen, dass wirklich eine bedrohliche Stimmung aufkommt.
Spannend geht es aber schon zu, denn immerhin möchte man genau wie Clara wissen, was da vor sich geht und wer dahinter steckt. Ich muss zugeben, ich hatte eine ganze Menge Ideen und ebenso viele Verdächtige, doch auf den wahren Täter bin ich erst spät an einem bestimmten Punkt gekommen. Zuvor stand er weit hinten auf meiner Verdächtigen-Liste.
Somit habe ich am Ende doch eine echte Überraschung erlebt. Außerdem muss ich über das Finale der Geschichte ehrlich sagen, dass es mir vom ganzen Buch am besten gefallen hat. Einfach weil das Ende nicht jugendlich-dramatisch ist, sondern so auch in Büchern für ältere Leser anzutreffen sein könnte. Eine feine Sache also!

 

Mit 223 Seiten ein Buch, das ich normalerweise an einem längeren Abend ausgelesen hätte, aber ich habe einmal Pause gemacht. Ich denke, für junge Leser hat das Buch genau die richtige Dicke. Kein Wälzer, aber auch kein dünnes Buch für Kinder. Insgesamt liest sich “Todesblüten” gut und flüssig. Die sechzehnjährige Clara erzählt in der Ich-Form von ihrem abenteuerlichen Sommer und entsprechend jugendlich ist die Sprache. Gelgentlich habe ich aber Formulierungen und Begriffe angetroffen, die ich mir nicht unbedingt imSprachgebrauch einer Sechzehnjährigen vorstellen kann.

 

Wie gesagt hat mich als erstes das Cover begeistert. Auch jetzt schaue ich es mir immer noch gerne an. Mir gefällt die geheimnisvolle Szenerie, gehalten in dieser düsteren Farbe. Dazu der Kontrast der Blüten…das hat was! Ich finde es sehr augenfällig und es vermittelt auf den ersten Blick eine düstere Atmosphäre. Das passt zu einem Jugendkrimi bzw Jugendthriller.

 

Fazit: Direkt nach dem Lesen gefiel mir “Todesblüten” nicht so richtig. Aber nach zwei Tagen fiel mir auf, dass ich mich doch gerne an Claras Abenteuer erinnerte. Ein schöner und auch spannender Krimi bzw Thriller für Jugendliche, unterhaltsam und kurzweilig. Vornehmlich für Mädels, da auch das Thema Liebe eine Rolle spielt, und es -von Clara erzählt- teilweise sehr verträumt behandelt wird. Insgesamt also zB eine lohnende Ferienlektüre!

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2012/02/14/rezension-todesbluten-ulrike-rylance