Hexen hexen lässt grüßen!

Hexenheide - Mariëtte Aerts, Gerold Anrich

“Karim und Lenne wissen genau, dass sie nicht über die Heide gehen sollen, wenn sie von der Schule kommen, auch wenn der Weg viel kürzer ist. Denn auf der Hexenheide, irgendwo zwischen den Mooren, lauert ein dunkles Geheimnis. Aber Karim und Lenne haben Fragen. Was ist mit dem Mädchen Rinnie passiert, die im letzten Sommer plötzlich verschwunden ist? Was ist wahr an der Geschichte von der weißen Hexe? Welches Geheimnis umgibt die alte Wassermühle? Und überhaupt: wer ist die Frau mit den langen weißen Haaren und den merkwürdigen Augen, die ihnen begegnet? Eines Tages erscheint ein unheimliches Gesicht im Wasser, und nachts wandern Lichter über die Heide. Ein Spuk? Karim und Lenne erhalten mehr Antworten, als ihnen lieb ist.”

 

Dieses Buch und ich hatten keinen guten Start. Es beginnt bei drei Hexen, die über ihre Zukunft sinnieren, Diffuses planen und sich einfach so typisch präsentieren wie man es schon x-mal irgendwo gelesen oder gehört hat. Es ist zudem bis hierher nicht ersichtlich, wann die Geschichte spielt. Es hätte auch anno Schnnee sein können. Alles keine guten Voraussetzungen für mich. Daher wanderte das Buch beim ersten Versuch schnell wieder zurück ins Regal.
Im zweiten Anlauf habe ich dann aber durchgehalten bis zu Karim und Lenne und bin auch nicht mehr von ihnnen losgekommen. Ich habe “Hexenheide” in einem Rutsch gelesen.
Denn Karim und Lenne mochte ich sofort und es hat mich schwer beeindruckt und begeistert, wie fest und innig ihre Freundschaft ist.
Außerdem hat mir die Szenerie sehr gut gefallen. Ich mag Geschichten um so unheimliche, verlassene Orte wie diese Heide vor Karims und Lennes Ort. Und auch das Städtchen wird wunderbar urig beschrieben, so dass ich gerne dort war.
Doch das Idyll wird für Karim und Lenne dank der Pläne der Hexen aus der Heide -an die bisher eigentlich niemand glaubte- jäh zerstört. Es tut sich Seltsames im Ort. Nachts leuchten Lichter in der Heide und in der Stadt tauchen seltsame Frauen auf, die speziell Lenne faszinieren.
Dazu sei gesagt, dass das Buch völlig zu Recht ab 12 Jahren empfohlen wird. Der Gruselfaktor ist sehr genau auf dieses Alter abgestimmt, so dass keine schlaflosen Nächte zu befürchten sind.  Dazu trägt auch ein Funken Humor mit. Es gibt immer mal wieder Anlass für ein Schmunzeln.
Mich hat die Geschichte in einigen Punkten an den Film “Hexen hexen” erinnert, den ich wirklich gerne mag. Damit hatte sie bei mir schnell die ersten Punkte gute.
Trotz aller Spannung habe ich “Hexenheide” aber doch als recht lang empfunden. Speziell, wenn ich mir vorstelle, dass es für junge Leser gedacht ist. Selbst ich habe mich beim Anblick der noch zu lesenden Seiten gefragt, was Karim und Lenne noch alles erleben werden.
Zum Glück wird es trotz aller Länge niemals langweilig, und so hat sich jede weitere Seite klar gelohnt.

 

Wie gesagt habe ich einen (langen) Abend für “Hexenheide” gebraucht, was auch daran liegt, dann es sich gut und flüssig lesen lässt. Die Sprache und Erzählweise orientiert sich am Alter der angepeilten Leserschaft, ohne dabei aber je kindisch zu sein. Deshalb denke ich, dass auch ältere Leser gut mit dem Buch zurechtkommen werden.

 

Das Cover gefällt mir sehr gut, auch wenn ich sonst nicht auf solche Motive mit Gesichtern stehe. Aber ich finde den Blick aus diesen auffallend grünen Augen durch das Blätterdickicht schön geheimnisvoll. Eine Ähnlichkeit mit dem Cover des ersten “Die Tribute von Panem”-Bandes ist aber unverkennbar.

 

Fazit: Mir hat “Hexenheide” gefallen. Eine spannende und ab und zu schaurige Geschichte, in der Freundschaft eine große Rolle spielt. Empfehlenswert für junge Fantasy-Einsteiger!

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2012/11/01/rezension-hexenheide-marietta-aerts