Wenigstens etwas Spannung wäre schön gewesen

Gewitterfische - John Halliday

Alles beginnt in einer schwülen Augustnacht. In dieser Nacht schlägt der Blitz in Westlake ein, obwohl es dort um diese Jahreszeit eigentlich nie Gewitter gibt. Es ist die Geburtsstunde von Josh und Rainy, die sich elf Jahre später in der 5. Klasse zum ersten Mal begegnen. Josh -so prophezeit seine Tante- wird die Geschicke der kleinen Stadt nachhaltig verändern. Rainy, Bigfoot, Kate und der Goldfisch Elvis spielen dabei eine entscheidende Rolle.

 

Ich weiß nicht mehr, wo ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, aber ich weiß noch genau, dass ich sofort in das Cover verliebt war und es deshalb haben musste. Der Klappentext klang auch nicht übel  und so zog das Buch bald ein.
Zunächst mal sollte man wissen, dass es ein Kinderbuch ist und für etwa 10- bis 12jährige empfohlen wird. Das ist bei mir kein KO-Kriterium, denn ich lese gerne mal ein Kinderbuch. Ich frage mich nur, ob man Kids dieses Alters mit dieser Geschichte packen und begeistern kann. Ich denke eigentlich eher, dass man angehenden Teenies schon etwas bieten muss um sie für ein Buch zu begeistern. Und dann frage ich mich, womit “Gewitterfische” das schaffen will?
Zugegeben, am Anfang war ich noch ganz guter Hoffnung und fand es auch ganz spannend, dass da auf der Kirmes ein Kind geboren wird, dem Großes prophezeit wird.
Wenn doch danach nur auch etwas Großes passiert wäre! Stattdessen geschieht in dieser Geschichte eigentlich gar nicht viel. Es geht immer ausgesprochen ruhig zu und man begleitet lediglich Josh und seine Freunde bei ihren Erlebnissen in ihrer kleinen Stadt.  Da wird eine Halloweenparty gefeiert, ein Goldfisch versehentlich in der Kanalisation ausgesetzt, ein Klärwerk besichtigt, Schach gespielt und geschwommen.
Das ist zwar nicht  uninteressant und auch nicht wirklich langweilig, aber spannend sieht anders aus. Ich glaube, wenn ich das Buch mittendrin abgebrochen hätte, ich hätte mich nicht gefragt, wie die Geschichte wohl weitergeht. Und das ist kein allzu gutes Zeichen.
Ich habe es nicht abgebrochen und so sind mir nach dem Lesen dann wenigstens noch zwei Dinge eingefallen, die ich an “Gewitterfische” gut fand. Das sind einmal die teilweise wirklich schrägen Charaktere. Beispielsweise Kate, die an den Fingern gern Pflaster trägt, weil sie deren Geruch verfallen ist. Oder auch Rainys Bruder Sunny, der sich dauernd auszieht. Und eben auch Josh, der bei den wesentlichen Fragen seines 11jährigen Lebens auf ein defektes Ouija-Brett vertraut. Phantasie hat John Halliday zweifellos.
Das Zweite, das mir gefallen hat, ist die Freundschaft, die zwischen den Kinderm im Verlauf der Geschichte entsteht. Anfangs mögen sie einander nicht so sehr bzw sind sich egal, aber irgendwie schweißt ihre kleine Stadt und ihre gemeinsamen Erlebnisse sie doch zusammen.

Dennoch: ich hätte mir einfach etwas mehr Spannung, irgendetwas Besonderes gewünscht.

 

Wie es sich für ein Buch für diese Altersgruppe gehört, lässt sich “Gewitterfische” wirklich leicht und flott weg lesen. Die Kapitel haben eine schöne Länge, die jungen Lesern sicher entgegenkommen, und tragen Titel, die neugierig auf das jeweilige Kapitel machen.

 

In das Cover bin ich verliebt wie eh und je. Ich finde den Goldfisch ja so goldig ;) und finde, dass er irgendwie ein wenig entgeistert und skeptisch zu dem hinausschaut, was sich auf der anderen Seite des Plastikbeutels tut. Mit der Nacht und dem Riesenrad im Hintergrund passt das so gut zur Geschichte.

 

Fazit:  Leider hat mich “Gewitterfische” nicht überzeugen können. Ich habe sicher nicht wunders was an Ereignissen erwartet, aber zumindest doch irgendwas, das für Spannung sorgt. Das habe ich hier nicht finden können. Da haben auch die schrägen Charaktere nichts rausreißen können.

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2012/11/28/rezension-gewitterfische-john-halliday