Sehr spannend!

Schwarz wie Schnee - Jutta Wilke

Ein Unfall, der alles verändert. Ein Name, den du nicht kennst. Eine Frau, die sagt, sie wäre deine Mutter. Ein Leben, das dir fremd ist. Es war doch ein Unfall oder?

 

Nachdem mir “Wie ein Flügelschlag” von Jutta Wilke bereits gut gefallen hat, war ich auf “Schwarz wie Schnee” sehr gespannt. Vor allem, weil alles was ich im Vorfeld darüber gehört hatte, so absolut nach meinem Geschmack klang. Und genau das hat sich auch bestätigt.
Ich habe selten einen solch spannenden Jugendthriller gelesen!
Diese Spannugn rührt hauptsächlich daher, dass man in dem Moment in die Geschichte einsteigt, in dem Kira im Krankenhaus die Augen aufschlägt. Somit ist man ebenso unwissend wie sie durch ihren Gedächtnisverlust. Genau wie sie muss man alles so hinnehmen und glauben, wie es ihr erzählt wird.
Genau wie Kira gerät man fortan hier und da ins Zweifeln, aber da es auch für den Leser nicht mehr Anhaltspunkte gibt als für Kira, muss man die ganze Zeit mit diesen Zweifeln leben. So ist man Kira auch bei ihren Nachforschungen nie einen Schritt voraus, so sehr man auch knobelt.
Gleichzeitig ist man Kira damit immer sehr nahe und kann sich gut in sie hineinversetzen. Jutta Wilke ist es wirklich sehr gut gelungen, Kiras Gefühlswelt zu beschreiben. Ganz gleich ob Traurigkeit, Wut, Verzweiflung oder auch gelegentlich mal Freude und Hoffnung, ich habe immer mit ihr fühlen können. Dabei werden die Gefühle zwar sehr eindringlich, aber nie überdramatisiert beschrieben. Es ist stets nur logisch, dass Krira so empfindet.
So bleibt es auch glaubhaft, dass man über einen Teenager liest. Ein Erwachsener in ihrer Situation würde vielleicht doch anders und / oder mit kühlerem Kopf und mehr Vernunft reagieren. Kira ist aber nun mal noch nicht erwachsen und darf sich somit so manche sprunghafte Laune leisten. Wenn man sich ihre Situation genau vorstellt, kann man ihr das nicht übel nehmen.
Für ihren Mut habe ich sie manches Mal bewundert. Sie bringt sich mehr als einmal in Gefahr beim Versuch, in ihr Leben zurückzufinden, und später auch bei ihren Nachforschungen als ihr erste Zweifel an ihrem Leben kommen.
Es gab recht spät, aber schon noch ein gutes Stück vor dem Ende, allerdings eine Szene, bei der mir erstmals ein Verdacht kam, was hinter den seltsamen Vorkommnissen um Kira herum stecken könnte. Wieso sie es nicht schafft, sich in ihrem Leben zurechtzufinden.
Dieser Verdacht hat sich dann am Ende auch bestätigt. Normalerweise würde ich jetzt sagen, dass der Verlauf ab diesem Moment vorhersehbar war. Allerdings nur für den Leser. Er hat hier die Chance, eine erste konkrete Idee zu entwickeln. Kira selber kann in diesem Moment ganz unmählich einen Schluss in diese Richtung ziehen. So bleibt es doch bis zum Schluss spannend in der Hinsicht, wie Kira hinter das Geheimnis um die vielen sonderbaren Ereignisse kommt.
Außerdem sollte man sich bei einem Thriller ja auch nicht auf der ersten Vermutung ausruhen. Das geht allzu leicht mal schief ;)

 

Kiras Geschichte ist sehr rasant und genauso liest sie sich auch. Ehe man es sich versieht, hat man wieder ein Kapitel geschafft und das Ende rückt immer näher. Die angenehme Länged er Kapitel trägt ebenfalls dazu bei. Ich habe es regelrecht bedauert, dass es auf der linken Seite vom Buch immer weniger Seiten wurden.

 

Das Cover gefällt mir sehr. Es ist schön finster, was einem Thriller immer steht. Es gibt allerdings auch etwas, das mich an dem Motiv etwas stört. Dazu möchte ich aber weiter nichts sagen, sonst könnte ich spoilern. Und das möchte ich möglichst vermeiden.

 

Fazit: Ein wirklich super spannender Jugendthriller. Da man immer auf dem gleichen Stand ist wie Kira, will man genau wie sie wissen, was um sie herum und mit ihr vor sich geht. Ein sehr genauer und realistischer Blick in ihre Gefühlswelt und Gedanken lässt einen von Anfang bis Ende mitfiebern. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen bis ich wusste, was bei Kira Sache ist.

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2012/12/01/rezension-schwarz-wie-schnee