Guter Start, später überladen

Weiß ist die Unschuld - Susanne Mischke

“Seit die neue Familie ins Nachbarhaus eingezogen ist, wird Leonie von Lotta verfolgt. Nur will das niemand so wirklich erkennen. Lotta ist eben anders, deshalb muss man besonders nett zu ihr sein. Aber Lotta klebt wie eine Klette an Leonie und macht ihr das Leben zu Hölle. Als sie dann auch noch beim Waldausflug auftaucht, beschließt Leonie, sich an ihr zu rächen, mit unerwartet schrecklichen Folgen.”

 

Dies ist mein zweiter Mini Thriller, und auf den hatte ich mich so richtig gefreut. Seitdem mich Susanne Mischkes “Röslein stach” so begeistert hatte, wollte ich unbedingt noch mehr von ihr lesen.
Es ließ sich auch gar nicht schlecht an.
Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand der so “anders” ist wie Lotta, Unsicherheit auslöst. Vielleicht auch Angst, weil sie sich häufig seltsam und ab und zu bedrohlich benimmt. Und ich kann ebenso verstehen, dass man auf  stur stellt, wenn man obendrein noch immer gesagt bekommt, zu jemandem wie Lotta müsse man besonders nett sein. So konnte ich Leonie gut verstehen und war gespannt, in welche Richtung sich der Thriller mit diesem ungleichen Pärchen nch entwickeln würde. Und natürlich, ob Lotta tatsächlich noch Finsteres mit Leonie anstellen würde.
Doch leider verfranste sich die Story nach dem vielversprechenden Start. Auf mich wirkte die Handlung danach plötzlich schlicht überladen. Erst nur Leonies Problem mit Lotta, dann Leonies Interesse an Mikke und somit eine kleine Liebesgeschichte, das Geschehen im Camp, Leonies Freundin Finja, die ihr dabei hilft, Lotta aus dem Weg zu gehen, und schließlich die verhängnisvolle Nachtwanderung mit einer großen Rettungsaktion. Das ist für meinen Geschmack einfach zu viel für eine Geschichte auf 90 Seiten.
Dafür habe ich aber wenigstens etwas von dem bissigen und manchmal bösen Humor angetroffen, den ich an “Röslein stach” so mochte. Immerhin! Da habe ich Susanne Mischke wiedererkannt.

 

Insgesamt haben sich auch diese 90 Seiten sehr flott gelesen. Dazu hat auch wieder die recht groß wirkende Schrift beigetragen. Etwas länger als für “In den Schatten siehst du mich” habe ich trotzdem gebraucht, da es hier weniger getrennte Absätze gibt. Auf diesen 90 Seiten gibt es eindeutig mehr Text zu lesen.

 

Die weißen Schneeglöckchen passen gut zum Titel. Meine Thriller-Blumenwiese wächst erfreulich schnell ;)

 

Fazit:  “Weiß ist die Unschuld” startete vielversprechend und ich konnte Leonie gut verstehen. Später wirkte die Geschichte auf mich aber zu überladen für ihre Kürze. Dabei blieb die anfängliche Spannung auf der Strecke. Deshalb hat mir dieser Mini Thriller leider nicht wirklich gefallen. Susanne Mischke bekommt aber noch weitere Chancen. Nur halt mit den regulären Arena Thrillern.

Quelle: http://leserattz.wordpress.com/2012/12/14/rezension-weis-ist-die-unschuld-susanne-mischke